1. Bad Homburger Herbstsalon 2005 
Biennale des Kunstvereins

1. Bad Homburger Herbstsalon 2005 
Biennale des Kunstvereins

Der Herbstsalon „Salon d’ Automne“ war eine ab 1903 jährlich im Oktober oder November im Pariser Grand Palais abgehaltene Kunstausstellung mit dem Ziel, alle Tendenzen der nach-impressionistischen modernen Malerei zu zeigen. Berühmt wurde der Herbstsalon durch die Ausstellung von 1905, in der man Matisse und seine Freunde zeigte und der Begriff des Fauvismus geprägt wurde.

Seit dieser Zeit haben Herbstsalons eine lange und spannende Tradition in der Geschichte der Kunst.. Der Kunstverein Bad Homburg Artlantis greift sie erneut auf und beabsichtigt – nun einhundert Jahre später – ab 2005 den Bad Homburger Herbstsalon als Biennale zu präsentieren.

Eine dreiköpfige unabhängige Jury wird aus dieser Ausstellung nach eigenen Kriterien einen Künstler bzw. ein Kunstwerk auswählen zur Verleihung des mit 1000 Euro dotierten Artlantis-Kunstpreises. Der Jury gehören an: Herr Prof. Dr. Jean Christophe Ammann (ehemaliger Leiter des Museums für Moderne Kunst Frankfurt), Herr Christian Scheffel (Galerie Scheffel Bad Homburg) und Frau Dr. Gisela Kraut (Kunsthistorikerin, Wehrheim).

Der Kunstpreis ist gestiftet von dem Frankfurter Mäzen Wolfgang Steubing, Vorstandsvorsitzender des Wertpapierdienstleisters Steubing AG.

Die Beteiligten aus allen Altersstufen zeichnen sich durch sehr professionelle Arbeitsweise aus, und viele Teilnehmer genießen internationale Anerkennung , vom 1955 geborenen russischen Graphikdesigner Vladimir Chaika ( 18-facher Preisträger internationaler Plakatwettbewerbe und mit seinen Arbeiten vertreten in Museen von Russland, Finnland, Japan und den USA ) bis hin zum 71-Jährigen japanischen Künstler Chihiro Shimotani, der durch zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum und seine Teilnahme an der documenta 6 in Kassel bekannt wurde.

Teilnehmer

Anke Becker, Berlin
Vladimir Chaika, Moskau/Russland
Ingrid Cremer, Wolfsburg
Elfi Dollichon, Harsum/Hildesheim
Andreas Elliesen, Schwalbach/Ts.
Barbara Fahrner, Frankfurt und New York
Barbara Feuerbach, Frankfurt
Jost Heyder, Erfurt
Hanka Lee, Brüssel/Belgien und Köln
Young-Jae Lee, Korea
Joachim Mennicken, Frankfurt
Joachim Pitz, Stadtallendorf
Valda Podkalne, Riga/Lettland
Ulrike Prange, Frankfurt
Knut Schulz, Frankfurt
Chihiro Shimotani, Japan
Jörg Stein, Lötzbeuren/Hunsrück
Johannes Welter, Stolberg/NW

Kunstpreis Jury

Prof. Dr. Jean-Christophe Ammann
Christian Scheffel (Galerie Scheffel Bad Homburg)
Dr. Gisela Kraut M.A.

Kunstpreis-Gewinner: Barbara Feuerbach

Das Werk der Künstlerin „Lipsticks“ strahlt eine große malerische Glaubwürdigkeit aus. Es zeigt eine Lebensfreude, die auch von der Form, von der Bewegung her mit Leben erfüllt wird. Die Darstellung enthält auch Ironie und Selbstironisierung, besitzt ihre Stärke in der Authentizität. Das Triptychon ist auch ein Ausdruck dieser Lebensfreude, weil es Stilisierung verhindert, einen Bewegungsablauf vor Augen führt und somit durch den Rhythmus den Betrachter mit einbezieht. Zudem strahlt es eine selbstverständliche, augenzwinkernde Erotik aus, die durch den malerischen Gestus bestimmt ist. Das Entscheidende ist, dass Barbara Feuerbachs Malerei stimmt, das heißt, es gibt keinen Bruch zwischen dem Dargestellten und der Art und Weise der Malerei.

Neben dieser Würdigung spricht die Jury eine Ehrennennung aus. Sie gilt den Keramiken der koreanischen Künstlerin Young-Jae Lee. Diese können zwar als Vase gebraucht werden, aber sie sind Objekte, die in der gezeigten Größe eine mit großer Harmonie verbundene innere Monumentalität besitzen, deren Schönheit, Proportion und räumliche Dimension meditative Stärke ausstrahlen, die Stärke auch einer anderen Kultur und deren zeitloser Tradition.