Wie im Flug
20 Jahre Bildhauerwerkstatt Kunsttäter

Wie im Flug
20 Jahre Bildhauerwerkstatt Kunsttäter

Zur Bad Homburger Kulturnacht am Samstag, 24. OKT 2020, 18 – 24 Uhr, feiern wir mit unseren Besuchern das 20jährige Jubiläum der Bildhauerwerkstatt unter Beachtung des aktuellen Hygienekonzepts zur Corona-Krise.

Die Ausstellung zeigt neue Skulpturen und Plastiken wie auch ältere Werke aus 20 Jahren der Kunsttäter; darüber hinaus Filme über das Entstehen öffentlicher Arbeiten, die einen Einblick in die Beschäftigung mit den jungen Menschen geben, und ebenso großformatige Fotografien zu diesen.

Nie hätten Regina Planz und Andreas Hett einmal gedacht, dass die Bildhauerwerkstatt Kunsttäter 20 Jahre alt werden sollte, ja dass der selbstgegründete  Verein Kunsttäter e.V. eine Institution werden sollte, die sich beispielhaft der künstlerischen Resozialisierung  junger sanktionierter und straffällig gewordener Menschen widmet und große Anerkennung in der Öffentlichkeit sowie durch die Justiz und Jugendgerichtshilfe erfährt. Dies vor allem für die Arbeit mit den schwierigsten Fällen des Hochtaunuskreises. Und nicht zuletzt in der Corona-Krise zeigt sich die Bedeutung dieser Arbeit, die es den genannten Institutionen weiterhin ermöglicht, Jugendliche in die Bildhauerwerkstatt Kunsttäter  zu vermitteln, in der die beiden einen wichtigen Beitrag leisten, den jungen Menschen hilfreiche Anlaufstation  sind.

Mittlerweile haben über 800 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 22 Jahren die Werkstatt in Oberursel durchlaufen. Manchen begegnet Andreas Hett gelegentlich in Oberursel. Sie grüßen immer noch freundlich, sind heute Mitte 20zig oder einige schon über 30zig, und im Gespräch zeigt sich, dass der Aufenthalt in der Werkstatt oft noch präsent ist, und nicht selten hören sie, dass die Zeit dort für einen Wendepunkt steht, ein Wendepunkt, über sein Handeln nachzudenken, zu spüren, dass etwas im Leben plötzlich voranging! Sie haben bei den Kunsttätern etwas Neues erlebt und im künstlerischen Tun Spuren hinterlassen. Sie haben dort etwas von kulturellem und ideellem Wert geschaffen, das sogar Käufer findet, oder haben an öffentlichen Arbeiten mitgewirkt, die sie stolz ihren Freunden zeigen können. Kunst als Strafe ist ein erfolgreicher Weg!