Fällt aus: Anja Harms und Eberhard Müller-Fries: Wie Wolken um die Zeiten legt

Fällt aus: Anja Harms und Eberhard Müller-Fries: Wie Wolken um die Zeiten legt

Das übliche Eröffnungsfest muss leider ausfallen. Schock. Artschock. Artischock. Die Galerie ist zu den angekündigten Zeiten geöffnet. Die Besucher sind aufgefordert, das jeweils aktuelle Hygienekonzept zu beachten (Hand-Desinfektion am Eingang, Mindestabstand, Maskenschutz). Viren müssen draußen bleiben!

Installation zum 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin. Das Fragment 92, Ausgangspunkt dieser raumgreifenden Installation im großen Raum, spiegelt unsere Auseinandersetzung mit den Fragmenttexten und späten Gedichten (Turmgedichten) von Friedrich Hölderin. Ansatz der Überlegungen war die Suche nach Möglichkeiten einer zeitgemäßen typografischen und ästhetischen Auseinandersetzung  mit Hölderlins Sprache und seinem philosophischen Ansatz. Die Beschäftigung mit den späten und oft als „verrückt“ apostrophierten Texten lässt  viel Raum für eigene künstlerische  Aneignung des Themas Hölderlin.

In dieser Installation haben wir Hölderlins Textfragment in die zeitgemäße, aktuelle Kommunikationsform eines Computer-generierten QR-Codes transponiert. Formal interessant wegen der Klarheit, Konstruiertheit und Gleichheit seiner einzelnen Elemente/ Pixel, bleibt das Bild trotz der sehr technischen Form brüchig und fragmenthaft.

Unser Konzept erweitert den zu Grunde liegenden QR-Code in den Raum, es versucht durch die Auflösung der Formen des Codes in einzelne Pixel/ Würfel, das Bild aus der Fläche in viele Ebenen nach unten und oben in den Raum  hinein  zu  lösen. Die Trennung größer Pixelanordnungen und die Verschiebungen, brechen das Strenge der ursprünglichen Form. Die „Pixel“ sind weiße Holzwürfel, aufgehängtt und getragen von dünnen Stahlstäben, die sehr leicht in Bewegung geraten, sie geben dem Fragment eine natürliche Leichtigkeit, wandeln das technisch-konstruiert Anmutende des Codes in ein Poetisches. Fragmentiert in einzelne Segmente bewegen sie sich aus ihrer quadratischen Grundanordnung und geben in ihrer Mitte Raum für eine grobe hözerne an einen Turm erinnernde Skulptur. Umspielt werden diese Elemente von frei hängenden  Zeichnungen und Künstlerbüchern.