Konstruktiv 
Delaram Homayouni und Henning Lierow

Konstruktiv 
Delaram Homayouni und Henning Lierow

Henning Lierow, geb. 1956 in Pinneberg/SH, lebt und arbeitet in der Nähe von Frankfurt-Main. Seine Werke kann man im Bereich der konkreten Kunst verorten. In dieser Kunstgattung werden die bildnerischen Elemente Linie, Fläche, Form und Raum klar definier, sich selbst interpretierend eingesetzt und in einen klaren bildnerischen-konzeptuellen Zusammenhang gebracht. Die Qualität der Werke von Henning Lierow sind bestimmt von Intuition, Intention und Sensibilität. Formsprache, handwerkliche Meisterschaft und Technik sind das Herzstück seines künstlerischen Schaffens. Der künstlerische Ansatz kommt aus dem Umfeld seines früheren Arbeitsfeldes als Maschinenbauer, Konstrukteur und Designer. So hat er in der letzten Zeit fragile, transparente Raumkörper entwickelt. Die Arbeiten sind gekennzeichnet durch die Verknüpfung exakter Denkvorgänge mit geometrischen Elementen und der Erforschung der physikalischen Gesetze des Materials. Dem folgt nach präziser Planung die detailgenaue Ausführung in absoluter Perfektion, wobei kleine Brüche darin durchaus die Spannung erhöhen können und auf die handwerkliche Bearbeitung hinweisen. Seine bevorzugten Materialien sind Metall, Papier, Stein, Wachs, etc.

Delaram Homayouni, geb. 1980 in Shahrkord /Iran, ist geprägt von der Kulturmetropole Isfahan, Symbol, Stolz und Sehnsuchtsort altiranischer Hochkultur. Eine Stadt, die seit Jahrhunderten für ihre Poesie, ihre filigrane Architektur, die farbenprächtigen Moscheen, prachtvollen Paläste, weitläufigen Plätze und üppigen Gärten berühmt ist. Dieses kulturelle Erbe prägt ihre künstlerische Wahrnehmung zutiefst und begleitet sie in jedem ihrer Bilder.

„Zwischen Orient und Okzident lebe ich mit einer doppelten Verwurzelung – tief verbunden mit den Traditionen meiner Herkunft und zugleich offen für neue Perspektiven in meiner heutigen Lebenswelt. Diese innere Mehrstimmigkeit fließt in meine Malerei ein – als Suche nach einem Ort der Hoffnung, der inneren Stille und der Schönheit. Meine Werke sind Visionen eines persönlichen Utopia. Mein künstlerisches Anliegen findet Ausdruck in der Sprache von Farben und Formen: vereinfachte, geometrische Strukturen und leuchtende, strahlende Farbtöne werden zu Trägern von Individualität und Identität des Menschen. Meine Arbeiten entstehen auf der Grundlage alter, tradierter Techniken. Ich verwende hochwertige, natürliche Pigmente, Ei-Tempera-Farben und gemagerte Ölfarben in Lasurtechnik, die nicht nur durch ihre intensive Leuchtkraft, sondern auch durch ihre Nachhaltigkeit und Beständigkeit beeindrucken. Dieser komponierte Material- und Farbenkosmos wird zum subtilen Widerhall meiner inneren Welt und prägt meine Bildsprache. Mein künstlerischer Weg begann 1998 mit einer Ausbildung an privaten Kunstschulen, wobei mein Schwerpunkt auf Komposition, Farbenlehre, Ölmalerei und Zeichnen lag. Zwischen 2004 und 2011 leitete ich meine eigene Kunstschule „Aram“ in Isfahan. 2013 zog ich nach Frankfurt am Main, um mein Studium an der Wiesbadener Freien Kunstschule (WfK) fortzusetzen, wo ich 2020 meinen Abschluss in Moderner Kunst erlangte. Seit 2016 bin ich als Dozentin an der WfK tätig und unterrichte dort fotorealistische sowie altmeisterliche Malerei und Zeichnen. 2022 eröffnete ich mein privates Atelier in Wiesbaden, in dem ich mich intensiv meinen künstlerischen Projekten widme.“